Weiße Flecken in der Hospiz- und Palliativversorgung sollen verschwinden

Nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Diskussion um den assistierten Suizid haben Politiker wiederholt die Bedeutung der Weiterentwicklung von Hospizarbeit und Palliativmedizin betont. Nun liegt zu diesem Thema ein Eckpunktepapier vor, das vom Gesundheitsministerium und den Koalitionsfraktionen als Absichtserklärung formuliert wurde.

Es beschreibt die geplanten Weiterentwicklungen in diesem Bereich, die in der nächsten Zeit von der Politik und dem Gesetzgeber konkretisiert werden sollen.  Hospizkultur und Palliativmedizin sollen überall dort verwirklicht werden, wo Menschen sterben – in Krankenhäusern oder zu Hause, aber auch in Pflegeheimen.

Manches scheitert einfach an der fehlenden Information – so sieht es auch das Eckpunktepapier. Patienten sollen deshalb in Zukunft  einen Anspruch gegenüber den Krankenkassen auf individuelle Beratung und Information bezüglich der Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung erhalten.

Schwerpunkt liegt im ambulanten Bereich

In der Bundesrepublik wird zwischen allgemeiner und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung unterschieden. Die allgemeine ambulante Palliativversorgung wird ärztlicherseits von  niedergelassenen Haus- und Fachärzten erbracht. Diese müssen – wenn sie an der Palliativversorgung teilnehmen wollen –  in Zukunft hierfür besondere Qualitätsvoraussetzungen nachweisen. Dazu gehören Fortbildungen, Netzwerkarbeit  und Fallbesprechungen mit ambulanten Hospiz- und Palliativdiensten. Bisher war dies nicht zwingend vorgeschrieben.

Auch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung, die bei besonders komplizierten Fällen die allgemeine Versorgung ergänzen und unterstützen soll, muss weiter entwickelt werden. Insbesondere in ländlichen Bereichen mit niedriger Bevölkerungsdichte ist diese Form der Versorgung schwierig zu realisieren. Wie hier eine Verbesserung erreicht werden soll, ist im vorliegenden Papier noch nicht konkret dargestellt.

Finanzierung der stationären Hospize wird erleichtert

Bisher mussten die Träger der Hospize 10 % der Kosten über Spenden selbst finanzieren. Der Anteil soll auf 5% reduziert werden, wie dies bei den Kinderhospizen schon jetzt der Fall ist.   Für die Träger dieser Einrichtungen würde das eine deutlich spürbare Entlastung bedeuten.

Im Bereich der stationären Altenpflege sind Modellprojekte geplant. Diese sollen dazu beitragen, die konkrete Ausgestaltung der Hospiz- und Palliativversorgung in diesen Einrichtungen voran zu bringen. Dabei sollen auch bisher nicht erfasste Kosten für diese zusätzlichen Vernetzungs- und Kooperationsaufgaben ermittelt werden.

Auch die individuelle Vorausplanung am Lebensende wird thematisiert. Dazu gehören Beratungen zu Patientenverfügungen,  Bestimmung und Beachtung des Patientenwillens am Lebensende und des Wunsch nach psycho-sozialer Begleitung. Diese Angebote können in Kooperation mit den Hospizdiensten organisiert werden.

Das Eckpunktepapier zeigt gute Verbesserungsansätze für die Hospiz- und Palliativarbeit auf. Es bleibt abzuwarten, wie die Konkretisierung in der Praxis erfolgen wird, und ob die Politik diesen Absichtserklärungen auch Taten folgen lässt.

 

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