Sinnvolle Beschränkungen in der Medizin transparent diskutieren!

Nicht alles, was medizinisch machbar ist, ist in unserem Gesundheitssystem auch bezahlbar. Die Rationierung von medizinischen Leistungen ist deshalb an der Tagesordnung. Im konkreten Fall ist diese Rationierung für betroffene Patienten kaum durchschaubar.

Befürchtungen, nicht das zu bekommen, was man braucht entstehen deshalb oft auch dann, wenn Ärzte auf nicht mehr sinnvolle Maßnahmen verzichten wollen. Die Angst, dass dies nicht aus medizinischen sondern aus ökonomischen Gründen passiert, verunsichert Patienten und ihre Angehörigen. Wie man mit dieser Problematik offen und transparent umgehen kann, zeigte die Initiative „Choosing Wisely“ in den USA, die für eine offene Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten zu diesen Themen eintritt.

Trotz knapper Mittel im Gesundheitsbereich werden immer noch zahlreiche Untersuchungen und Therapien durchgeführt, deren Nutzen wissenschaftlich in keiner Weise nachgewiesen sind. Um solche unnötigen, teuren und zum Teil auch schädlichen Prozeduren zu vermeiden, wurde in den USA die Initiative „Choose Wisely“ gegründet.

Die Initiative kann sich inzwischen der Mitarbeit zahlreicher Fachgesellschaften versichern. Diese haben gut begründete Listen mit nicht sinnvollen Maßnahmen aus ihrem Fachgebiet zusammengestellt. Dadurch bekommen Ärzte Hilfestellungen, um mit ihren Patienten sachlich über die Unterlassung dieser Eingriffe zu sprechen. Auf der Website der Initiative finden sich zahlreiche Materialien für Ärzte und Patienten, die das offene Arzt-Patientengespräch fördern sollen.

Sicherlich eine sinnvolle Initiative zur Vermeidung von Überdiagnostik und Übertherapie im Gesundheitssystem. Eine ähnlich erfolgreiche Initiative sucht man in Deutschland bisher vergeblich.

 

Weitere Informationen:

> Choosing Wisely

 

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