Vom Fuchs, der den Verstand verlor

Ein Kinderbuch zum Thema Demenz ist mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 ausgezeichnet worden.

Es handelt sich um die Geschichte „Vom Fuchs, der den Verstand verlor“ von Martin Balscheit.

In der Begründung der Jury zur Nominierung heißt es:

In der Fabel ist der Fuchs schlau, hinterlistig, wild auf Gänse, Hasen und Hühner und fürchtet nur den Jäger und den Hofhund. So war der Fuchs in Martin Baltscheits Bilderbuch Der Fuchs, der seinen Verstand verlor früher auch einmal:

Er sah gut aus, war gewitzt und „rot und schnell und immer hungrig“ – ein anerkanntes Vorbild. Für die jungen Füchse dozierte er allwöchentlich über Tipps und Tricks bei einem gemeinsamen Mahl. Kurz: Er war ein Meister seiner Branche und ein tollkühner Abenteurer. Dann wird der Fuchs alt – nicht nur graubärtig, langsamer oder kränklich, nein, er wird sehr vergesslich. Erst verwechselt er die Wochentage und geht am Mittwoch in die Kirche. Dann vergisst er auf der Jagd das Jagen und erkennt sein eigenes Spiegelbild im Fluss nicht mehr.

Der vielseitige Künstler Martin Baltscheit präsentiert das Thema Demenz anschaulich, mit großer Sensibilität und ebenso viel Humor. So ist ihm ein sehr poetisches und berührendes Bilderbuch gelungen. Die rundum perfekte Gestaltung bis hin zu den ebenfalls durch Demenz aus der Reihe geratenen Seitenzahlen überzeugt ebenso wie die Geschichte mit ihrer Dichte, ihrer Intensität und dem natürlich nicht glücklichen, aber versöhnlichen Ende.

 

Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor, Verlag Bloomsbury 2010, 32 Seiten, 13,90 €

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