Am Ende ist nicht Schluss mit lustig

Mit seinem Buch versucht Harald-Alexander Korp, sich dem schweren Themenbereich Sterben, Tod und Trauer mit Gelassenheit und Heiterkeit, aber immer auch mit Respekt zu nähern. Der Versuch kann als gelungen bezeichnet werden.

Dabei profitiert der Author von seinen Erfahrungen als ehrenamtlicher Hospizhelfer im Ricam-Hospiz in Berlin. Er weiß, wovon er spricht und wohltuend ist sein bodenständiger, realistischer Blick auf die Situation am Lebensende:

„Sterben ist natürlich nicht lustig, sondern macht Angst vor dem Abschied, vor Schmerzen, vor körperlichem und geistigen Verfall, verbunden mit Hilflosigkeit, mit Blut, Schleim und Exkrementen. Und diese Angst ist berechtigt. Manche Menschen sterben trotz modernster Palliativmedizin verbittert und mit starken Schmerzen. … Leben bis zum Schluss bedeutet, den Wechsel von Freude und Trauer anzunehmen.“

Dabei können Humor und Heiterkeit, Lachen und Freude Kraftquellen sein, die helfen, sich schweren Situationen zu nähern, aber auch wieder in die Distanz zu gehen. Menschen in der letzten Lebensphase erfahren Entlastung, Angehörige erleben die Verbundenheit mit dem Sterbenden, Professionelle und Helfer finden zu einer entspannteren Kommunikation im Team und mit den Betroffenen.

Korp beschreibt die emotionalen, kommunikativen und kognitiven Aspekte  einer humorvollen Kommunikation anhand von Beispielen aus eigenen Begleitungen. Aber er vermittelt auch viele Informationen die für Begleiter wichtig sind. So erfährt der Leser, was im Sterbeprozess passiert, wie sich der Sterbende verändert, die Atmung flacher wird, die Pausen zwischen den einzelnen Atemzügen immer länger werden. Und wie friedlich oft die letzten Minuten von allen Beteilgten erlebt und wertgeschätzt werden können.

„Das Vergehen des Lebens bleibt ein Wunder, ähnlich wie das Wunder, wenn Leben bei der Zeugung und bei der Geburt entsteht.“

Der humorvolle Zugang erleichtert die Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer. Der Autor macht deutlich, wie wichtig die hospizliche Grundhaltung geprägt durch Empathie, Wertschätzung und Achtsamkeit für alle Beteiligten ist.

«Es ist hilfreich, nicht nur die belastenden Umstände zu sehen, sondern die positiven, kraftspendenden Ressourcen zu nutzen. Humor bedeutet mehr und ist etwas anderes als lustig zu sein. Humor heißt, sich immer an die unterstützende Kraft von Lachen und Freude zu erinnern, sie wertzuschätzen und einzusetzen. Daraus kann auch in schwierigen Momenten eine entspannende Leichtigkeit erwachsen.»

Das Buch kann als Orientierungshilfe für Betroffenen, ehrenamtliche Helfer und professionelle Mitarbeiter in der Hospiz- und Palliativarbeit empfohlen werden.

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Harald-Alexander Korp
Am Ende ist nicht Schluss mit lustig

Humor angesichts von Sterben und Tod.
Mit Karikaturen von Karl-Horst Möhl

ISBN: 978-3-579-07034-6
Gütersloher Verlagshaus

 

Autorenlesung

im Rahmen der Karikaturenausstellung zum Thema Sterben, Tod und Trauer  „Sie hat mir der Himmel geschickt“

Harald-Alexander Korp liest aus seinem Buch.

Freitag, den 23.9.2016 um 18 Uhr
Stadtmuseum Gütersloh
Kökerstraße 7-11a, 33330 Gütersloh

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