Jun 21 2010
Septembertee – oder das geliehene Leben
Renan Demirkan, Schauspielerin und Autorin, kam mit 7 Jahren in die Bundesrepublik. Aus politischen Gründen verließ die Familie im Rahmen der türkischen Staatskrise 1961 ihr Land, um in der neuen Heimat niemals ganz anzukommen.
“ Wer sein Mutter verliert, verliert eine ganze Welt.“ Der vorzeitige Krebstod der Mutter lässt die Autorin zurückblicken auf ihre Kindheit am Rande der Gesellschaft, das arbeitsreiche Leben der Mutter, die sich mit aller Kraft um die Familie sorgt. Sie reflektiert die Beziehung zum Vater, einem stillen, introvertiertem Intellektuellen, der sich für Beethoven, Literatur und Schachspielen interessiert, und letztlich durch den Tod seiner Frau verstummt und vereinsamt.

