Mai
10
2012
Die Ärztekammer kann nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin kein uneingeschränktes Verbot der Überlassung todbringender Medikamente an Sterbewillige gegenüber einem Arzt aussprechen. Dieses Urteil fällte die 9. Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts am 30.03.12 (AZ: VG 9 K 63.09).
Wie das Gericht in einer Pressemitteilung vom 02.04.12 zu dem Fall ausführte, hatte die Ärztekammer Berlin einem Arzt im Jahr 2007 untersagt, anderen Personen todbringende Substanzen für deren beabsichtigten Suizid zum Gebrauch zu überlassen. Hiergegen hatte der Arzt geklagt.
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Tags: assistierter Suizid, Freiverantwortlichkeit, Rechtsprechung
Apr
25
2012
“Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.”
Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste. 1956
- Wenn ich mit Patienten in der Klinik oder Gästen im Hospiz über nicht mehr sinnvolle Maßnahmen rede und dabei Hoffnungen, die nicht mehr tragen können, verloren gehen,
- wenn ich Angehörigen, die meine Worte nicht hören wollen, darauf vorbereiten muss, dass sie einen geliebten Menschen verlieren werden,
- wenn ich mit Kollegen über unsinnige und belastende Diagnostik und Therapie streiten muss,
- wenn die Anforderungen der Ökonomie und Bürokratie an Medizin und Pflege eine gute und umfassende Versorgung von schwer Kranken und Sterbenden immer weiter einschränken,…
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Tags: Bürokratie, Hoffnung, Lebensende, Leiden, Sinn
Apr
20
2012
Ein Kinderbuch zum Thema Demenz ist mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 ausgezeichnet worden. Es handelt sich um die Geschichte “Vom Fuchs, der den Verstand verlor” von Martin Balscheit.
In der Begründung der Jury zur Nominierung heißt es:
In der Fabel ist der Fuchs schlau, hinterlistig, wild auf Gänse, Hasen und Hühner und fürchtet nur den Jäger und den Hofhund. So war der Fuchs in Martin Baltscheits Bilderbuch Der Fuchs, der seinen Verstand verlor früher auch einmal: Weiterlesen »
Tags: Humor, Kinder, Kinderjugendbuchpreis, Weisheit
Jan
23
2012
Zwischen Weihnachten und Neujahr hatte ich Hintergrunddienst im Palliativnetz. Als Palliativmediziner habe ich einige Patienten zu Hause besucht, die unter erheblichen Beschwerden litten. Auf Anfrage der Hausärzte kann in solchen Fällen der Palliativmediziner im Hintergrunddienst beratend hinzugezogen werden.
Dabei habe ich fünf Patienten gesehen, die kurz vor den Feiertagen nicht auf eigenen Wunsch sondern auf Drängen der Kliniken entlassen wurden. In vier Fällen war absehbar, dass dies zu einer erheblichen Belastung der Familie führen würde. Ein Patient ist einige Stunden nach meinem Besuch friedlich zu Hause verstorben. Die Beschwerden in der letzten Lebensphase konnten gut gelindert werden. Für die begleitenden Familienmitglieder war dieses friedliche Sterben bei aller Traurigkeit eine gute Erfahrung.
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Tags: Bürokratie, Hospiz, Humanität, Menschlichkeit, Ökonomie
Jan
05
2012
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) bemüht sich seit längerem durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und Werbekampagnen das Spenderaufkommen in der Bundesrepublik zu steigern. Etwa 12.000 Patienten warten derzeit in der Bundesrepublik auf ein Spenderorgan, jährlich sterben rund 1000 Patienten auf der Warteliste.
Als Ursachen für das geringe Spendenaufkommen wurden häufig fehlendes Engagement der Spendenbeauftragten in den Kliniken vermutet. Es wurde unterstellt, dass potentielle Spender nicht gemeldet würden, um den erheblichen organisatorischen Aufwand im Zusammenhang mit der Organentnahme zu umgehen. Eine von der Deutschen Stiftung für Organtransplantation in Auftrag gegebene Studie zeigt jetzt überaschende Ergebnisse.
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Tags: Lebensende, Organspende, palliative Therapie, Patientenverfügung, Therapiebegrenzung, Transplantation